Kennen Sie das? Die Strategie ist fertig. Sauber hergeleitet, gut präsentiert, alle nicken. Und zwölf Monate später hat sich auf dem Shopfloor – nichts geändert.
Ich habe das oft genug erlebt, auf beiden Seiten des Tisches. Die Strategie war selten das Problem. Das Problem war der Weg von der Folie in den Alltag. Genau dafür gibt es Hoshin Kanri.
Was Hoshin Kanri ist – in einem Absatz
Hoshin Kanri ist die Methode, mit der aus wenigen Durchbruchszielen konkrete, kaskadierte Beiträge jeder Ebene werden – vom Führungskreis bis zum Team. Nicht dreißig Ziele, sondern die wenigen, die wirklich zählen. Nicht top-down verordnet, sondern im Dialog vereinbart: Jede Ebene antwortet auf die Frage, was ihr Beitrag zum Ziel darüber ist. Im Japanischen steckt im Begriff der Kompass – und genau das ist es: ein Kompass, kein Berichtsformular.
Der Kardinalfehler: Methode kopieren, Haltung weglassen
Ich habe ein Buch darüber geschrieben, und der Titel ist Programm: Hoshin Kanri ist eine Frage der Haltung. Denn die Formulare sind schnell kopiert. Die X-Matrix, die Zielkaskade, der Review-Rhythmus – alles in zwei Wochen eingeführt. Und dann?
Dann zeigt sich, ob Führung bereit ist, sich festzulegen. Ob der Geschäftsführer fünf Ziele streicht, damit drei wirklich passieren. Ob im Review ehrlich rot gemeldet werden darf, ohne dass es dem Melder um die Ohren fliegt. Ob die Führungskraft den Unfug von oben abfängt, statt ihn nach unten durchzureichen. Das ist Haltung. Ohne sie ist Hoshin Kanri nur ein weiteres Alibi mit japanischem Namen – und genau davon hat der Mittelstand schon genug.
Woran Sie erkennen, dass Ihre Strategieumsetzung kippt
- Es gibt mehr als eine Handvoll „oberste Prioritäten“. (Dann gibt es keine.)
- Die Ziele der Bereiche entstehen parallel zur Strategie statt aus ihr.
- Im Review wird erklärt, warum die Zahl rot ist – aber nicht entschieden, was jetzt anders läuft.
- Wer die Berechnung der Zielgröße kontrolliert, kontrolliert das Ergebnis – und alle wissen es.
- Nach drei Monaten fragt niemand mehr nach dem Zielbild.
Wenn Sie bei zwei Punkten genickt haben, lohnt sich ein ehrlicher Blick auf Ihren Prozess.
Wie ich Strategiearbeit im Mittelstand angehe
Aus der Praxis, für die Praxis: erst das ehrliche Bild der Ausgangslage, dann wenige Durchbruchsziele, dann die Kaskade im Dialog – inklusive der indirekten Bereiche, die bei Strategiearbeit gern vergessen werden. Und von Anfang an der Rhythmus, der die Umsetzung trägt: kurze, regelmäßige Reviews mit echten Entscheidungen statt Statusprosa. Das Ganze so schlank, dass es ein mittelständisches Führungsteam neben dem Tagesgeschäft schafft.
Wenn Sie Ihre Strategie nicht nur beschließen, sondern umsetzen wollen: Sprechen Sie mich an.
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