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Haben Sie schon mal ein kaskadiertes SFM aufgebaut mit persönlicher Arbeitszeit von Minuten und Umsetzungszeit von wenigen Stunden?

Kaskadierte SFM-Tafel eines Werkleiters mit Ergebnis- und Prozesskennzahlen, Ziellinie und Ampelfeldern nach der 13510-Regel

Vermutlich nicht. Und der eigentliche Punkt an dieser Geschichte ist nicht die Technik.

Für meinen KI-Vortrag habe ich eine Werks-Demo gebaut: ein vollständiges Shopfloor Management über drei Ebenen, vierzehn Tafeln, kaskadiert per Klick. Ein Werkleiter, drei Fertigungsleiter, zehn Teamleiter. Jede Tafel nach derselben Logik aufgebaut: Ergebnis, Prozess, Qualität Top 3, Ursache und Analyse, Maßnahmen, Wirknachweis. Kennzahlen rollierend über Monate und vierzehn Tage, das Ziel als fette Linie, die Lage im grünen oder im roten Feld, alles andere schwarz-weiß nach der 13510-Regel. Die Werte rechnet die Demo aus einem kompletten simulierten Werksdatensatz: Maschinendaten, Qualität, Instandhaltung, Vertrieb, Personal, Controlling.

Meine eigene Arbeitszeit dafür lag bei Minuten. Bis das Ganze stand, vergingen wenige Stunden.

Kaskadierte SFM-Tafel eines Werkleiters mit Ergebnis- und Prozesskennzahlen, Ziellinie und Ampelfeldern nach der 13510-Regel
Ebene 1 der Kaskade: die Werkleiter-Tafel. Über die Leiste oben springt man in die drei Fertigungsleiter- und zehn Teamleiter-Tafeln. Alle Daten sind simuliert, das Werk ist frei erfunden.

Warum das keine Werkzeug-Geschichte ist

Wenn Sie diese Tafeln sehen, ist der naheliegende Gedanke: beeindruckend, was KI inzwischen kann. Das ist der falsche Schluss.

Die KI wusste nicht, dass auf eine Werkleiter-Tafel wenige Ergebniskennzahlen gehören und nicht dreißig. Sie wusste nicht, dass an jeder Kennzahl stehen muss, wer sie erwartet: der Kunde, der eigene Prozess oder die Ebene nebenan. Sie wusste nicht, dass eine Tafel ohne Wirknachweis nur eine Anzeigetafel ist. Und sie wusste nicht, dass eine Kaskade vom Endkunden rückwärts gedacht wird und nicht vom Organigramm nach unten.

Das wusste ich. Aus den Jahren, in denen ich selbst ein Werk geführt und eine Shopfloor-Kaskade aufgebaut habe, und aus den Mandaten danach. Ich musste nicht ausprobieren, was auf eine Tafel gehört. Ich musste es nur präzise genug beschreiben.

Genau darin liegt der Unterschied zwischen Minuten und Monaten. Nicht im Werkzeug. In der Klarheit darüber, was man will und was man braucht.

KI ist kein Tool-Setting. KI ist ein Veränderungsprozess.

Die meisten KI-Vorhaben im Mittelstand werden als Werkzeugfrage behandelt: welches Modell, welche Lizenz, welche Schnittstelle. Das ist der kleinste Teil. Der große Teil ist, dass sich die Art zu arbeiten ändert. Und damit Rollen, Zuständigkeiten und das, worüber sich jemand definiert.

Das macht Menschen Angst, und die Angst ist nicht albern. Wer seit Jahren die Auswertung baut, an der die Führungsrunde hängt, fragt sich zu Recht, was von ihm bleibt, wenn dieselbe Auswertung in Minuten entsteht. Wer nie gelernt hat, eine Anweisung präzise zu formulieren, fühlt sich vorgeführt und sagt lieber nichts. Und wer einmal ein schlechtes Ergebnis bekommen hat, hat seinen Beweis, dass das alles nichts taugt.

Auf der anderen Seite steht die Chance, und die ist groß. Auswertungen, die früher Tage gedauert haben, sind an einem Vormittag da. Handschriftliche Schichtzettel werden lesbar und vergleichbar. Und die Zeit, die dabei frei wird, geht dorthin zurück, wo Führung eigentlich hingehört: an die Anlage und zu den Leuten.

Beides gleichzeitig zu halten, die Angst und die Chance, ist Führungsarbeit. Kein Software-Rollout.

Wo die Fallstricke liegen: Mensch, Prozess, KI

Beim Menschen. Wo Spielregeln fehlen, probiert jeder für sich. Ich habe einmal das Führungsverhalten in mehreren Werken analysiert und überall dasselbe gefunden: Neben dem offiziellen, hart standardisierten Shopfloor Management lief ein zweites im Schatten, weil Abweichungen nirgends offen angesprochen werden konnten. Mit KI passiert derzeit genau das. Es entsteht ein Schattensystem, und niemand redet darüber, weil niemand weiß, ob er darf.

Beim Prozess. Wer einen kaputten Prozess automatisiert, bekommt ihn schneller kaputt. Bevor eine Kennzahl automatisch entsteht, muss geklärt sein, wer ihre Berechnung festlegt und wer sie ändern darf. Wer die Definition der Zielgröße kontrolliert, kontrolliert das Ergebnis. Das gilt mit KI unverändert, nur schneller.

Bei der KI. Sie antwortet immer, auch wenn sie falsch liegt. Jede Zahl, die in eine Führungsrunde geht, wird gegen die Quelle geprüft. Ohne diese Regel bauen Sie ein Berichtswesen, das gut aussieht und nicht trägt.

Was das für die Besetzung heißt

Ein Interim Manager, der KI vom Hörensagen kennt, kann Ihnen erzählen, dass es KI gibt. Er kann diesen Veränderungsprozess nicht gestalten, weil er die Stellen nicht kennt, an denen er kippt. Er sieht nicht, wann Zurückhaltung im Raum Angst ist und wann sie ein sachlicher Einwand ist. Er merkt nicht, dass die vorgeschlagene Kennzahl in Ihrem Haus seit Jahren umkämpft ist. Und er erkennt ein plausibel klingendes, falsches Ergebnis nicht als falsch.

Ich bringe beides mit. Über dreißig Jahre Führungs- und Prozesserfahrung in der Produktion, davon sieben als Interim Manager, und eine KI-Praxis, die ich täglich selbst betreibe statt sie zu zitieren. Veränderungsprozesse habe ich nicht begleitet, sondern verantwortet, mit Ergebnisverantwortung und nicht als Berater von außen.

Deshalb ist die Demo oben für mich kein Technik-Beweis. Sie ist der Beleg dafür, dass Erfahrung und Werkzeug zusammen etwas erzeugen, das keines von beiden allein schafft.

Wenn Sie wissen wollen, wie ein kaskadiertes Shopfloor Management in Ihrem Werk aussehen würde: Ich zeige es an Ihren Daten, nicht an Folien. Sprechen Sie mich an.

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